Hängemattencamping bei Regen: Aufbau, Wasserführung und trockener Abbau

Beim Hängemattencamping im Regen entscheidet weniger ein einzelnes Ausrüstungsteil als die Reihenfolge. Das Tarp wird zuerst aufgebaut und zuletzt abgenommen. Dazwischen bleiben Hängematte, Schlafsack und Underquilt möglichst vollständig unter dem Wetterschutz.

Den Standort auch für starken Regen beurteilen

Meide Senken, trockene Bachläufe, weichen Hangboden und Bereiche unter toten oder geschädigten Ästen. Prüfe nicht nur, wo es gerade trocken ist, sondern wohin Wasser bei anhaltendem Regen fließen würde. Windrichtung und schräg einfallender Regen bestimmen außerdem, welche Tarpseite stärker geschlossen werden muss.

Das Tarp unabhängig aufbauen

Eine eigene Firstleine beziehungsweise eigenständige Abspannung verhindert, dass sich der Tarp-Pitch verändert, sobald die Hängematte belastet wird. Das Tarp sollte die Hängematte an beiden Enden ausreichend überdecken. Das Waldgeist Vagabund ist 375 Zentimeter lang; wie viel Reserve daraus im konkreten Aufbau entsteht, hängt von Hängemattenlänge, Aufhängewinkel und Windrichtung ab.

Regenwasser an der Aufhängung stoppen

Wasser kann an Gurten und Leinen bis zur Hängematte laufen. Kurze Abtropfschnüre, sogenannte Drip Lines, unterbrechen diesen Weg. Sie müssen unter dem Tarp sitzen, damit das abgeleitete Wasser außerhalb des Schlafsystems abtropft. Achte außerdem darauf, dass Underquilt und Hängemattenstoff das nasse Tarp nicht berühren.

Bei Wind anders abspannen

Je stärker der Seitenregen, desto tiefer und geschlossener wird die Wetterseite aufgebaut. Gleichzeitig braucht das System ausreichend Abstand und Belüftung, damit Kondenswasser nicht auf das Schlafsystem übertragen wird. Mehr dazu erklären der Ratgeber zu Wind und Tarp-Pitch und der Beitrag über Kondensation.

Trocken einpacken

Am Morgen werden Quilt und Hängematte unter dem noch stehenden Tarp verpackt. Das nasse Tarp kommt separat ins Gepäck und wird bei der nächsten Gelegenheit vollständig getrocknet. Ein zuverlässiger Regenaufbau ist damit kein Trick, sondern ein wiederholbarer Ablauf: Standort prüfen, Tarp zuerst, Wasserwege unterbrechen und trockene von nassen Komponenten trennen.

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